NS-Herrschaft in Schleswig-Holstein

Doppelrollen

Bei aller Zustimmung einer bald großen Bevölkerungsmehrheit: Die NS-Volksgemeinschaft ist eingebettet in eine diktatorische Herrschaft.
Ständig herrscht Hektik.
Verbunden mit Rechtlosigkeit und Gewalt, werden die Grenzen zwischen Gesellschaft und Herrschaft, auch die zwischen Partei und Staat verwischt.

Das Beispiel Schleswig-Holstein: NSDAP-Gauleiter Hinrich Lohse wird im März 1933 auch Oberpräsident der preußischen Provinz. Er ist damit oberster Vertreter von Partei und Staat in einer Person. Und es gehört zum NS-Herrschaftsprinzip, dass nicht immer klar ist, in welcher Rolle er gerade handelt: in der durch Reste von Regeln gebändigten staatlichen oder in der völlig ungezügelten Parteifunktion.

Herrschaftsprinzip

Lohse handelt erfolgreich: Wie die NSDAP auf Reichsebene geht er ein Bündnis mit den alten konservativen Führungsschichten ein. Damit funktioniert die Verwaltung und werden wichtige Gruppen in den NS-Staat hereingeholt.

Den Preis zahlen von Beginn an Demokraten, weiterhin politisch Andersdenkende und „Nichtarier“, also als Juden gekennzeichnete Deutsche: Sie werden gewaltsam verfolgt.

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