Dithmarscher Sonderbewusstsein – updatet…

„Wor di Gar, de Bur de kümmt!“

Eigentümliche Verbindung

In den 1920er Jahren vertreten viele Dithmarscher ein eigentümliches Gedankengut: Einerseits beziehen sie sich auf die ländliche Kultur und Freiheitstraditionen – wie etwa die „Dithmarscher Bauernrepublik“ und ihre legendäre Verteidigung in der „Schlacht von Hemmingstedt“ von 1500. Andererseits verbinden sie diese Erinnerung mit judenfeindlichen und völkischen, rückwärtsgewandten und antidemokratischen Ansichten. Schlagworte sind bereits „Blut und Boden“ und „Volksgemeinschaft“.

gut organisiert

Verschiedene Organisationen vermitteln dieses Gebräu: In den Anfangsjahren der Weimarer Republik ist es die „Schleswig- Holsteinische Landespartei“, in der sich der spätere NSDAP-Gauleiter Lohse und Dithmarschens Landrat Kracht treffen. Auch die 1920 gegründete „Arbeitsgemeinschaft Dithmarschen“ gilt als Vorläuferin der regionalen NSDAP. Sie hat etwa 10.000 Anhänger! Der nationalkonservative Frontsoldatenbund „Stahlhelm“ ist in Dithmarschen besonders radikal, spaltet sich als „Stahlhelm Westküste“ ab.

und einfach übernommen

Die NSDAP knüpft in den Jahren ihres Aufstiegs unmittelbar daran an und zieht eine Linie von Dithmarschens Geschichte zur Gegenwart, in der man sich – jetzt gegen das „Weimarer System“, die „Judenknechtschaft“ usw. – auflehnen müsse. Sie verspricht die Rückkehr zu „Blut und Boden“ und „Volksgemeinschaft“. – Das kommt gut an.

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